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Jahresausblick 2025

Wie haben sich die Märkte in 2024 entwickelt? Und was erwarten wir für das Jahr 2025? In diesem Beitrag machen wir einen Rückblick auf das vergangene Jahr und widmen uns den Chancen und Risiken des laufenden Jahres.

Glaskugel mit Natur


Wie war die Entwicklung der Märkte in 2024?

 

2024 konnten insbesondere die großen Aktienwerte aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung weiter zulegen. Nachdem es bereits in 2023 erfolgreich lief, konnten diese, getrieben durch die starke Nachfrage nach Produkten für künstliche Intelligenz, weiter ansteigen. Zu beobachten ist – wie bereits in 2023 – ein Auseinanderdriften der Blue Chips und der Mid Caps. Auch bei uns in Europa verhielt es sich so, dass der Dax wieder einmal deutlich mehr zulegen konnte als z.B. der MDAX. Die Nebenwerte verzeichneten sogar einen leichten Rückgang. Dass die großen Dax-Werte trotz der Probleme, die wir aktuell in Europa haben, zulegen können, verdanken wir der gut laufenden US Wirtschaft. Die kleineren Werte, die dann doch hauptsächlich im europäischen Binnenmarkt tätig sind, spiegeln die Problematik der hohen Energie- und Rohstoffpreise wieder. 

Dank günstiger Bewertung des Aktienmarktes konnte 2024 auch der chinesische Aktienmarkt gut abschneiden. Das Land hat noch mit großen strukturellen Problemen zu kämpfen. Insbesondere die Immobilienwirtschaft hat noch einige Herausforderungen zu meistern. Großzügige Kreditvergaben haben in der Vergangenheit zu einem wahren Bauboom geführt und den Markt überhitzen lassen. Das Platzen der Immobilienblase hat viele Bauunternehmer in den Ruin getrieben. Die Regierung hat damit begonnen, den Kreditmarkt zu regulieren und einige wichtige Unternehmen zu unterstützen. Chinas Wirtschaft ist stark exportorientiert. Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung wird nicht nur von staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen abhängen, sondern in hohem Maße auch von der Gestaltung der Außenhandelspolitik, insbesondere im Hinblick auf die Handelsbeziehungen mit den USA und den damit verbundenen Zöllen. Gelingt es China, diesen schwierigen Balanceakt zu meistern, könnte sich die positive Entwicklung des Aktienmarktes aus dem Jahr 2024 fortsetzen.

Welche Entwicklung erwarten wir nun für 2025?

Das kommende Jahr verspricht spannend zu werden. Die starke Polarisierung, die der US-amerikanische Präsident auslöst, ist auch in Europa deutlich spürbar. Seit langem hat kein US-Präsident die internationale Stimmung so geprägt wie er. Dennoch wird unser Wohlbefinden maßgeblich von seiner Politik abhängen. Seine erste Amtszeit war – abgesehen von der Zollpolitik – weitgehend von Frieden und wirtschaftlicher Stabilität geprägt. Die zukünftige Entwicklung bleibt abzuwarten. Hoffen wir, dass er trotz seiner umstrittenen Persönlichkeit als Friedenspräsident in die Geschichte eingehen wird. Denn Frieden ernährt, Unfrieden verzehrt!

Die Entwicklung am Aktienmarkt war in den vergangenen zwei Jahren sehr positiv. Angetrieben von einem Investitionsvolumen von 433 Milliarden US-Dollar durch den Inflation Reduction Act (IRA) und der dynamischen Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz, konnte die US-amerikanische Wirtschaft ihr hohes Wirtschaftsniveau weiter ausbauen. Die Herausforderung besteht nun darin, dieses Niveau zu stabilisieren und für viele Unternehmen, die erheblich in KI investiert haben, einen entsprechenden finanziellen Return zu erzielen.

Das Enttäuschungspotenzial ist aufgrund der inzwischen hohen Bewertung am US Aktienmarkt hoch. Zölle, wieder anziehende Inflation, enttäuschende Unternehmensergebnisse und weiterhin hohe Leitzinsen auf der wirtschaftlichen Seite sowie natürlich weiterhin geopolitische Auseinandersetzungen haben das Zeug, die hohen Bewertungen nach unten zu schrauben. Die Volatilität (gemessen am S&P500 VIX), die in 2023 und 2024 niedrig war, könnte in 2025 deutlich anziehen. 

Bezüglich der Senkung der Leitzinsen, welche in den USA 2024 dreimal reduziert wurden, soll es nun vorerst eine Pause geben. Während noch im September lediglich drei FED-Mitglieder Inflationsrisiken sahen, waren es auf der Dezember-Sitzung nunmehr 15 der führenden Fed-Mitglieder und damit so viele wie zuletzt im Jahr 2022. Die leicht anziehende Inflation in den letzten Monaten (+0,5 seit September) auf 2,9% und eine robust laufende US Konjunktur, geben der FED Grund genug, die weiteren Reduzierungen erstmal auszusetzen. Einige Analysten gehen sogar davon aus, dass es wieder zu Leitzinserhöhungen kommen könnte.

Bei uns in Europa sieht die Situation hingegen ganz anders aus. Die Konjunktur schwächelt. Zumindest in den großen Wirtschaftsnationen. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und auch Italien haben allesamt damit zu kämpfen, dass das Geld in den Taschen der Verbraucher nicht mehr so locker sitzt. Zudem kommen noch einige Probleme in der Industrie hinzu, die sich mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen auseinander setzen müssen. Auch der Export z.B. nach China schwächelt stark, da aufgrund der dortigen wirtschaftlichen Situation, die Nachfrage nach unseren Luxusgütern und Automobilen rückläufig ist. Eine Besserung ist hier, trotz weiterer Leitzinssenkungen durch die EZB, auch in 2025 nicht zu erwarten. 

Aktuell können wir uns in Europa glücklich schätzen, dass es zumindest in den USA wirtschaftlich noch gut läuft und so auch wir davon etwas profitieren können. Dieser Zustand wird jedoch nicht ewig so bleiben. Die USA haben ihren wirtschaftlichen Erfolg mit höheren Schulden eingekauft. Dies lässt sich nicht ewig fortsetzen. Die Staatsverschuldung der USA liegt aktuell bei ca. 36 Billionen USD. Zum Vergleich: vor der Finanzkrise im Jahr 2007 waren es noch 9 Billionen!! Innerhalb von 14 Jahren hat sich die Staatsverschuldung somit vervierfacht. Das BIP ist in der gleichen Zeit von 14,5 Billionen USD (2007) auf ca. 29 Billionen angestiegen, also nur verdoppelt. Ein Spiel, welches nicht unendlich betrieben werden kann. Während also die Staatsschulden um 27 Billionen USD angestiegen sind, hat es das BIP nur auf einen Zuwachs von 14,5 Billionen USD geschafft. Es ist offensichtlich, dass es sich hier um ein ungleiches Paar handelt. 

Als Fazit lässt sich festhalten, dass für die weitere Entwicklung des Aktienmarktes in 2025 unseres Erachtens zwei Hauptfaktoren die Hauptrolle spielen werden: zum einen die US Zollpolitik und zum anderen die Entwicklung der US Inflation. 

Aufgrund all dieser Faktoren möchten wir auch in 2025 vorsichtig bleiben, obwohl wir aufgrund der stark laufenden US Konjunktur unsere Einschätzung dahingehend abändern, dass wir für dieses Jahr leichten Optimismus aufnehmen werden. Solange es keine nennenswerte Korrektur der hohen Bewertung am US Aktienmarkt gibt, werden wir weiterhin eine ausgewogene Struktur präferieren. 

Wir wünschen uns allen ein erfreuliches, gesundes und vor allem friedliches neues Jahr und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

 

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